…und was wirklich hinter Elternwut steckt
Du sitzt am Küchentisch. Die Stimmung ist friedlich.
Und wie aus dem Nichts: Dein Kind will nicht, was du willst.
Du atmest durch. Versuchst, ruhig zu bleiben.
Und plötzlich schreist du dein Kind an – obwohl du das gar nicht wolltest!
Es passiert so schnell. Ein Wort ergibt das nächste.
Die Situation entgleitet dir und du weißt nicht, wo dir der Kopf steht.
Kaum ist es passiert, kommt dieser Satz in deinem Kopf:
„Ich bin eine schlechte Mama.“
Kennst du das?
Du willst dein Kind begleiten. Verstehen. Da sein.
Doch manchmal überrollt dich etwas.
Du bist damit nicht allein.
Und nein – das macht dich nicht zu einer schlechten Mama.
In diesem Artikel erfährst du:

Ich kenne das von mir selbst: Wenn ich schreie, fühlt es sich an wie die Verwandlung zum Hulk. Als würde etwas in mir übernehmen. Ich werde zu jemandem, den ich nicht kenne – und auch nicht sein will.
Doch warum ist das so? Warum verliere ich als Mama immer wieder die Kontrolle?
Was da übernimmt, ist nicht dein bewusster, erwachsener Teil.
Es ist ein innerer Anteil. Einer, der sich bedroht fühlt.
Ohnmächtig. Alleingelassen.
Oft ist es das innere Kind in dir, das früh gelernt hat:
„Ich werde nicht gehört. Wut darf nicht sein. Das macht man nicht.“
Wenn dein Kind heute laut wird, sich „verweigert“ oder Grenzen sprengt, trifft es nicht nur die Situation im Hier und Jetzt. Es berührt etwas Altes in dir.
Dann geht es nicht mehr nur um dein Kind – sondern um dich.
Um alte Gefühle, die damals keinen Platz hatten.
Und um einen Teil in dir, der über seine Grenze gegangen ist.
In diesem Moment reagierst du nicht bewusst.
Du reagierst aus einem inneren Alarm heraus.
Und dieser Alarm fühlt sich an wie Kontrollverlust.
Doch das ist wichtig zu verstehen:
❌Du verlierst nicht die Kontrolle.
👉 Dein Nervensystem versucht, dich zu schützen.
Deshalb fühlt sich dieser Gefühlssturm so heftig an.
Und genau deswegen lösen reine „Beruhigungs-Tipps“ die Wut nicht dauerhaft.
Weil sie den Teil nicht erreichen, der gerade das Steuer übernommen hat.
Nicht dein Kind macht dich wütend.
Das Verhalten deines Kindes triggert etwas, das in dir gesehen werden möchte.

Anschreien passiert nicht absichtlich. (Falls du das anders siehst, bist du herzlich eingeladen auch da genauer hinzuschauen oder du liest an dieser Stelle nicht weiter.)
Und trotzdem hinterlässt es Spuren.
Beim Kind
Ein Kind versteht deine Wut nicht als Überforderung.
Es erlebt deine Lautstärke als Unsicherheit.
Es sieht dein Gesicht.
Manche Kinder ziehen sich zurück.
Andere gehen in den Widerstand.
Bei dir als Mama
Nach dem Anschreien kommen häufig Schuldgefühle. Selbstzweifel.
Die Frage: Warum passiert mir das immer wieder?
Das kann innerlich Abstand schaffen – zu dir selbst und zum Kind.
In eurer Beziehung
Wenn Anschreien öfter vorkommt, geht Vertrauen verloren.
Gespräche werden schneller zu Machtkämpfen.
Dabei wünschen sich beide Nähe und Verbindung.
Bevor es um Lösungen geht, ist es wichtig, einen Moment bei dem anzuhalten, was nach dem Anschreien fast immer folgt
Elternwut ist nichts, wofür du dich schämen musst.
Und sie ist auch kein Zeichen dafür, dass du dein Kind nicht liebst.
Wut ist ein Gefühl.
Ein Gefühl, das wir gelernt haben, als „negativ“ zu bewerten.
Ein Gefühl, das nicht sein darf.
Und wenn du in diesem Gefühlssturm Gedanken hast,
die sich hart oder sogar hasserfüllt anfühlen – was du nicht zugeben willst –
dann richtet sich das nicht gegen dein Kind. Wirklich nicht!
Der wichtigste Schritt zuerst:
Kämpfe nicht gegen deine Wut an. Alle Gefühle dürfen sein und wollen gesehen werden.
Wut kommt nicht aus dem Nichts. Sie kündigt sich an – durch Hitze, Druck, Anspannung.
Kennst du diesen Moment, in dem dein Körper heiß wird, du nicht mehr klar denken kannst und du am liebsten weglaufen würdest?
Genau dann braucht es eine Pause.
Nicht, weil deine Wut falsch ist.
Sondern weil du dein Kind nicht anschreien willst.
Die Pause hilft dir, kurz raus aus dem Automatismus zu kommen und wieder bewusst zu handeln.

Wut kommt nicht grundlos.
Sie zeigt ein unerfülltes Bedürfnis.
Vielleicht nach:
Solange dieses oder ein anderes Bedürfnis ungesehen bleibt, wird sich die Wut immer wieder melden. Wenn du dein Kind nicht anschreien möchtest, braucht es keine Veränderung bei deinem Kind. Sondern bei dir. Dadurch, dass du dich selbst besser verstehst.

Viele Mamas glauben, sie müssten allein einen Weg finden, ihr Kind nicht mehr anzuschreien.
Den alten Glaubenssatz, dass du allein für alles verantwortlich bist, darfst du loslassen. Weil es einen Unterschied macht, ob du versuchst, deine Wut allein in den Griff zu bekommen oder ob du dich dabei begleiten lässt.
Unterstützung zu suchen ist kein Scheitern. Es ist ein Schritt in Verantwortung – für dich und für euer Miteinander.
Wenn du merkst, dass dich bestimmte Situationen immer wieder aus der Ruhe bringen
und du dir mehr Klarheit wünschst, dann lade dir meine WUT-Karte herunter.
Darin erfährst du:
Hol dir hier deine WUT-Karte um mit deiner Wut Frieden zu schließen – Schritt für Schritt.
Wenn du einfach mal laut sagen willst:
„Ich kann so nicht mehr“ und dir wünschst, dass jemand wirklich versteht, was du meinst …
In meiner 1:1 Online-Beratung schauen wir gemeinsam auf deine Wut, deine Trigger – und neue Wege, mit dir selbst in Verbindung zu bleiben.
Wie wär’s, wenn du dich ab heute selbst umarmst, statt dich innerlich selbst abzuwerten, weil du wütend warst?
Mit lieben Grüßen aus der Giraffensprechstunde
